Wir haben Ihnen eine Auswahl unserer Frühlings-/Sommer-Druckkollektion gegeben,
aber welche ist Ihre Lieblingssaison und wie beeinflusst dies Ihre Fotografie?
Frühling. Ich liebe die unvergleichliche Energie, die er verleiht. Alles wird wieder lebendig. Wenn die Tage länger werden, verbringe ich jeden Tag im Freien und mache Fotos.
Erzählen Sie uns ein wenig über die Orte, wo Sie Ihre Fotos geschossen haben...
Wohnungen von Freunden und Familienangehörigen, Parks, Wälder und Gärten. Ich wollte einige Orte ausprobieren, die ich vor Kurzem gefunden habe, und Orte wiederfinden, an denen ich lange nicht war. Ich liebe es, schöne Orte in Parks oder Stadtgebieten zu finden. Ich denke, dass deshalb jede Jahreszeit einzigartig und spannend ist, da ich normalerweise die Einzelheiten des Shoots nicht plane.
Sie haben einige der Fotos im Haus Ihrer Eltern gemacht und wir lieben die Deko!
Ist dies eine authentische Darstellung eines typischen polnischen Hauses oder ist dies einfach der Stil Ihrer Eltern?
Danke! Über die Jahre habe ich meine Eltern überzeugt, das altmodische Innendesign zu erhalten. Ich finde alte polnische Wohnungen extrem inspirierend. Die Farbpalette, der Stil und die Stoffe sind fast atemberaubend. Heutzutage sehen alle polnischen Wohnungen ziemlich gleich aus, sehr modern und langweilig. Manchmal wünschte ich, ich könnte in den '60ern und '70ern leben und einfach verschiedene Innenräume sehen.
Ist das ein Foto Ihrer Eltern an der Wand?
Dieses Foto wurde in einer Wohnung einer 93 Jahre alten Frau namens Stasia gemacht. Sie ist eine Freundin der Familie und eine der faszinierendsten Personen, die ich jemals kennengelernt habe. Ihre Begabung fürs Geschichtenerzählen ist wirklich unschlagbar. In dem Foto, das ich gemacht habe, kann man ihr Hochzeitsfoto sehen.
Sie haben einen Abschluss in Sozialer Psychologie. Denken Sie, dass das Untersuchen der Gedanken,
Gefühle und Verhaltensweisen der Menschen einen dramaturgischen Effekt auf Ihre Fotografie hat?
Definitiv. Ich kann so bestimmte Vorstellungen klarer vermitteln. Seit Kurzem interessiere ich mich
für das Psychologiefeld der Neuroästhetik, die versucht, zu definieren, wie das menschliche Gehirn auf Kunst reagiert.
Alle Ihre Fotografien scheinen die Zwischenmomente eines Models in Bewegung zu erfassen. Was fasziniert Sie an diesen ungewöhnlichen Posen?
Ich mag das Gefühl dieser unkontrollierten Situationen, bestimmte Zeitpunkte, zu denen alles natürlicher, aber auch verwirrender aussieht. Dadurch werden die festgehaltenen Situationen unvorhersehbarer. Es ist zunächst ungewohnt für ein Model, das sonst an normale Posen gewöhnt ist. Aber nach einiger Zeit hört sie auf, diese Rolle zu spielen, und zeigt ihre wahre Persönlichkeit. Das ist es, was mich anzieht.
Für einige Zeit arbeiteten Sie an dem Projekt Picture Shop, wo Sie nur die Formen
und Muster der polnischen Architektur aufnahmen. Was bewegte Sie dazu, wieder Menschen zu fotografieren?
Ich denke, ich war schon immer fasziniert von polnischer Architektur aus einer bestimmten Ära, besonders von Mustern und Formen aus Beton, Stahl und Glas. Mit Picture Shop wollte ich etwas ausprobieren, das ich noch nie getan hatte, und sehen, wie es für mich funktioniert. Am Anfang war es toll.
Ich reiste den ganzen Tag umher und suchte kleine Juwelen, aber nach einiger Zeit begann ich immer mehr Menschen zu fotografieren. Das geschah auf ganz natürliche Art und Picture Shop bleibt als kleines Monument dieser Faszination.
Ein wiederkehrendes Thema in vielen Ihrer Fotos ist das Verbergen der Gesichter der Models.
War dies eine bewusste Entscheidung oder das Ergebnis der natürlichen Entwicklung in Ihrer Arbeit?
Meine Fotografie basiert stark auf der Beziehung zwischen Model und Umgebung, was ein Gleichgewicht zwischen beiden schafft. Das menschliche Gesicht wird oft zum Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und stiehlt die Wirkung der Komposition. Das Verbergen der Gesichter erlegt der Komposition meine eigenen Regeln auf.
Denken Sie, dass dies andere Elemente wie den Ort,
die Kleidung und Muster mehr hervorbringt?
Die aktive Verwendung von Raum bietet tolle Möglichkeiten, mit all diesen Elementen zu experimentieren. Dies führt dazu, dass der Betrachter mehr Einzelheiten wahrnimmt, die nicht immer auf den ersten Blick sichtbar sind. Es ist wie nach Hinweisen zu suchen und Überraschungen zu finden – ein Spiel, das ich gerne mit dem Betrachter spiele.
Haben Sie ein Motto oder eine Regel, die Sie bei Ihrer Arbeit beachten?
„Weniger ist mehr“